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Veranstaltung Workshop

Eigene Wege finden statt Anpassung an den Kunstmarkt24.01.2025

Künstler*in durch und durch. Du erhältst Einblicke in die Kunstmärkte, entwickelst individuelle Strategien für deine künstlerische Positionierung und lernst, wie du mentale Widerstandskraft in einem herausfordernden Umfeld stärken kannst.

Workshop mit Marta Vovk

Egal, ob du am Anfang deiner Karriere stehst oder bereits Erfahrungen gesammelt hast – hier erhältst du wertvolle Einblicke in die Kunstwelt und persönliche Beratung zu deinen beruflichen Strategien. 

24.01.2025

14:00 – 17:30 Uhr

Workshop

online

weissensee kunsthochschule berlin

Foto Mitkunstzentrale, Juli 2024
Foto: Elisabeth Kitzerow | Mitkunstzentrale, Juli 2024

Was dich erwartet

  • Einführung in die Kunstmärkte: Verschaffe Dir Einblicke in die Strukturen der Kunstmärkte und lerne, dich darin sicher zu bewegen. Du bekommst einen Überblick über die wichtigsten Akteur*innen und Institutionen von Galerien und Sammler*innen bis hin zu Auktionshäusern und deren Netzwerke.
  • Individuelle Strategien: Erarbeite Wege, die zu deinem künstlerischen Ansatz und deinen Werten passen. In einem unterstützenden Raum kannst du deine Außendarstellung und Sichtbarkeit weiterentwickeln, ohne deine persönlichen Bedürfnisse und Überzeugungen zu vernachlässigen. Erfahre mehr über Risiken und Schattenseiten des Kunstmarkts und finde heraus, wie du dich authentisch positionieren kannst.
  • Mentale Stärke und Psychodeukation: Du erhältst Tipps und Strategien, um die Herausforderungen des Künstler*innenlebens erfolgreich zu bewältigen und deine psychische Widerstandskraft zu stärken.Wie gehst du konstruktiv mit Mehrfachbelastungen durch Nebenjobs, familiäre Verpflichtungen und gesundheitlichen Herausforderungen um? Wie meisterst du den Spagat zwischen künstlerischem Idealismus und Marktanforderungen?

Warum mitmachen

Der Workshop gibt einen Einblick, wie du dich im komplexen Kunstmarkt zurechtfindest und deine eigene künstlerische Identität entwickelst. Darüber hinaus bekommst du Anregungen zur Stressbewältigung und zur Stärkung deiner mentalen Widerstandsfähigkeit.

Über Marta Vovk

Marta Vovk ist zeitgenössische Künstler*in, die in Berlin lebt und arbeitet. Sie hat sich auf dem deutschen und internationalen Kunstmarkt erfolgreich etabliert und ist seit dem Wintersemester 2024/2025 Professorin für Bildende Kunst an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg. Mit ihrem umfassenden Verständnis der Kunstmarktstrukturen und ihrer langjährigen Praxiserfahrung, sowie ihre Sensibilität für die Bedürfnisse und Herausforderungen künstlerischer Karrieren bietet sie wertvolle Einblicke für Kunstschaffende, die sich professionell weiterentwickeln möchten.

Kunst - Markt
Foto: Marta Vovk

SO WAR’S

„Eigene Wege finden statt Anpassung an den Kunstmarkt“. Ein Workshopbericht.

Unsere Fragen an Marta Vovk: 

Was sollten die Teilnehmer*innen aus dem Workshop mitnehmen?

Ich wünsche mir, dass die Teilnehmerinnen aufgeklärte, illusionsfreie und autonome Künstler*innenpersönlichkeiten werden. Sie sollten verstehen, dass es wenig bringt, passiv auf den großen Durchbruch zu warten, aber ebenso wenig, sich blind den Regeln des Marktes anzupassen. Ein realistischer Blick auf die oft harten wirtschaftlichen Bedingungen der Kunstbranche ist aus meiner Sicht entscheidend, um selbstbewusst alternative Wege und Modelle zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, neuen Werte zu vermitteln, sondern die bereits bestehenden Werte der Teilnehmer*innen sichtbar zu machen. So können sie an das anknüpfen, was bereits in ihnen verankert ist, und ihren persönlichen Weg finden. Außerdem sollen sie die Bedeutung von Netzwerken erkennen – nicht im klassischen Business-Sinn, sondern als solidarische, unterstützenden Gemeinschaften, die die künstlerische Laufbahn bereichern.

Welche Rolle hatten die Studierenden für die Dynamik des Workshops? 

Der Workshop lebte von der aktiven Mitarbeit der Studierenden – durch persönliche Reflexionen und Gruppenarbeiten. Ihr Engagement war insofern zentral. Mich beeindruckte, wie klar sich viele ihrer eigenen Bedürfnisse bewusst sind: Sie wissen genau, in welchen Bereichen sie sich weiterentwickeln wollen und wo sie Unterstützung brauchen. Es fasziniert mich, wie sensibilisiert junge Menschen heute für Themen der mentalen Gesundheit und wie sie dadurch besser ihre eigenen Grenzen und Ressourcen wahrnehmen. Natürlich ist mir bewusst, dass dieser reflektierte Umgang auch von bestimmten sozialen Privilegien abhängen kann und nicht gleichermaßen für alle gilt.

Das sagen die Teilnehmer*innen:

„Der Workshop hat mir einen realistischen Einblick in die Kunstbranche gegeben. Es war ernüchternd zu hören, dass nur 10 % der Künstler*innen mehr als 50.000 Euro im Jahr verdienen und viele gezwungen sind, sich durch zusätzliche Jobs finanziell abzusichern. Es scheint eine echte Herausforderung zu sein, eine selbstbestimmte Karriere im Kunstbetrieb aufzubauen.“

„Ich habe ein besseres Verständnis dafür entwickelt, wie ich meine eigene Karriere gestalten kann und welche Netzwerke und Organisationen im Kunstbereich existieren.“ – Studierender aus dem Textil- und Flächendesign

„Ich habe gelernt, meine eigenen Kapazitäten und Grenzen ohne Selbstverurteilung zu erkennen.“ – Studierender aus der Visuellen Kommunikation

„Der Workshop hat mir gezeigt, wie wichtig Rituale für die Selbstfürsorge im künstlerischen Alltag sind.“ – Studierender aus der Visuellen Kommunikation

Illustration: Marta Vovk | Workshopmaterial